BWA vs. Saldenliste vs. SuSa: was du wann brauchst
Die BWA verdichtet alle Erfolgskonten eines Monats zu rund 30 Zeilen und beantwortet „Was bleibt übrig?“. Die Saldenliste zeigt den Saldo jedes einzelnen Kontos, die Summen- und Saldenliste (SuSa) zusätzlich die Soll- und Haben-Summen der Periode. Für die Ergebnisfrage reicht die BWA; sobald du wissen willst, woraus eine Zeile besteht, brauchst du Saldenliste oder SuSa.
Zuletzt aktualisiert: 4. September 2026.
Drei Auswertungen, eine Buchhaltung
Alle drei Dokumente kommen aus derselben Finanzbuchhaltung deiner Kanzlei. Sie unterscheiden sich nicht in den Zahlen, sondern in der Verdichtung. Die BWA ist die gröbste Stufe: Sie fasst Konten zu Zeilen wie Umsatzerlöse, Personalkosten oder Raumkosten zusammen und zieht daraus Rohertrag, Betriebsergebnis und Vorläufiges Ergebnis. Die Saldenliste ist die feinste Stufe, die du üblicherweise bekommst: ein Eintrag je Konto mit dem aktuellen Saldo. Die SuSa liegt dazwischen und zeigt je Konto, wie viel im Zeitraum auf der Soll- und auf der Habenseite gebucht wurde.
Wer die BWA nicht versteht, bekommt von der Kanzlei häufig die Saldenliste dazu. Das hilft nur, wenn klar ist, welche Frage jedes Dokument beantwortet.
Die BWA: Ergebnis des Monats in Zeilen
Die betriebswirtschaftliche Auswertung zeigt ausschließlich Erfolgskonten, also Erträge und Aufwendungen. Bestandskonten wie Bank, Kasse, Forderungen oder Darlehen kommen nicht vor. Deshalb steht in der BWA kein Kontostand und keine Liquidität, sondern der Erfolg der Periode. Bei DATEV heißt das Standardformular „Kurzfristige Erfolgsrechnung“; es zeigt den Berichtsmonat und die kumulierten Werte seit Jahresbeginn nebeneinander, jeweils mit Prozentspalten.
Genau dieses Formular liest BWAklar: Die PDF wird lokal im Browser ausgewertet, 10 Kennzahlen werden aus den Euro-Beträgen berechnet, und der Report erklärt jede Zeile in Klartext. Andere Auswertungen wie Saldenliste oder SuSa lehnt BWAklar bewusst ab, weil sie eine andere Struktur haben.
Die Saldenliste: ein Saldo je Konto
Die Saldenliste listet jedes bebuchte Konto mit Kontonummer, Bezeichnung und Saldo, meist getrennt nach Soll und Haben. Sie enthält Bestands- und Erfolgskonten. Willst du wissen, warum die Zeile Sonstige Kosten in der BWA gestiegen ist, findest du hier die einzelnen Konten dahinter, etwa Porto, Bürobedarf oder Beratungskosten. Umgekehrt siehst du in der Saldenliste nicht auf einen Blick, was übrig bleibt, weil die Zwischensummen der BWA fehlen.
Eine Saldenliste ist damit ein Nachschlagewerk, keine Zusammenfassung. Sie beantwortet „Woraus besteht diese Zahl?“, nicht „Wie läuft der Monat?“.
Die SuSa: Bewegungen und Salden
Die Summen- und Saldenliste ergänzt je Konto die Verkehrszahlen: Eröffnungswert, Soll-Summe, Haben-Summe der Periode und der Saldo. Damit erkennst du nicht nur, wie hoch ein Konto steht, sondern wie viel darauf gebucht wurde. Ein Bankkonto mit kleinem Saldo, aber hohen Bewegungen erzählt eine andere Geschichte als eines ohne Bewegung. Kanzleien nutzen die SuSa für die Abstimmung und als Grundlage für Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung.
Für Unternehmerinnen und Unternehmer ist die SuSa vor allem dann nützlich, wenn eine BWA-Zeile unplausibel wirkt und du prüfen willst, ob eine Umbuchung oder ein Storno dahintersteckt.
Wann welches Dokument
- „Was bleibt diesen Monat übrig?“ — BWA, Zeile Vorläufiges Ergebnis, Spalte Monat.
- „Wie liegt das Jahr bisher?“ — BWA, Spalte kumuliert.
- „Welche Kostenart ist gestiegen?“ — BWA, Kostenblock oder die fünf größten Kostenarten im BWAklar-Report.
- „Aus welchen Konten besteht diese Kostenart?“ — Saldenliste.
- „Wurde auf diesem Konto umgebucht oder storniert?“ — SuSa mit Soll- und Haben-Summen.
- „Wie viel Geld ist auf dem Konto?“ — weder BWA noch Saldenliste ersetzen den Kontoauszug; die Saldenliste zeigt den gebuchten Bankstand zum Buchungsstichtag.
Rechtlicher Rahmen in Kürze
In Deutschland regelt § 238 HGB die Buchführungspflicht für Kaufleute, in Österreich das Unternehmensgesetzbuch (UGB) ab § 189. Beide verlangen Bücher, aus denen sich Geschäftsvorfälle und Vermögenslage nachvollziehen lassen. BWA, Saldenliste und SuSa sind keine gesetzlich vorgeschriebenen Formulare, sondern Auswertungen dieser Bücher; ihre Gliederung bestimmt die Kanzleisoftware. Verbindlich sind erst Jahresabschluss beziehungsweise Einnahmen-Ausgaben-Rechnung und Steuererklärungen.
Was das für die Arbeit mit BWAklar heißt
BWAklar erwartet die DATEV-BWA als PDF-Export mit Textebene, SKR 03 oder 04. Eine Saldenliste oder SuSa wird bei der kostenlosen Dateiprüfung abgelehnt, bevor ein Kauf startet; du siehst den Grund und kannst dich für dein Format vormerken lassen. Der vollständige Report kostet ab 19 € je BWA und zeigt Formel, Originalbeträge und Rechenprobe für jede der 10 Kennzahlen. Für die Frage nach einzelnen Konten bleibt die Saldenliste deiner Kanzlei die richtige Quelle. Information, keine Steuerberatung.
Beschreibt Funktionsweise und Dokumentaufbau, keine Rechts- oder Steuerberatung · Information, keine Steuerberatung.
Häufige Fragen
Kann BWAklar eine Saldenliste oder SuSa auswerten?
Nein. BWAklar liest nur die DATEV-Kurzfristige-Erfolgsrechnung. Saldenliste und SuSa haben eine Kontenstruktur ohne die Zwischensummen, auf denen die Kennzahlen beruhen.
Warum stimmt die Saldenliste nicht mit der BWA überein?
Beide stammen aus derselben Buchhaltung, aber die Saldenliste kann kumulierte Salden zeigen, während du in der BWA die Monatsspalte liest. Vergleiche immer denselben Zeitraum.
Brauche ich als Kleinunternehmer alle drei Dokumente?
Für das Verständnis des Monats reicht meist die BWA. Saldenliste und SuSa sind Werkzeuge für Rückfragen und für die Kanzlei selbst.
Zeigt eines der Dokumente meine Liquidität?
Die BWA nicht. Saldenliste und SuSa zeigen den gebuchten Stand der Bankkonten zum Buchungsstichtag, aber keine offenen Posten oder anstehenden Zahlungen.